Pionierarbeit zu  „Amoris  Laetitia“

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Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Webseite!

Mit großer Freude darf ich Sie sehr herzlich begrüßen: Im April 2016, nach rund 27 Jahren meiner intensiven theologischen und sozialwissenschaftlichen Pionierarbeit in der Frage der Geschiedenen und Wiederverheirateten Geschiedenen in der Katholischen Kirche, hat Papst Franziskus der Kirche in seinem, am 19.März 2016 unterzeichneten, Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ einen von aufmerksamer Barmherzigkeit geprägten, neuen Weg zur Pastoral an wiederverheirateten Geschiedenen vorgestellt, der, in bewegend sorgfältiger Analyse, in der Ermöglichung des Sakramentenempfanges für wiederverheiratete Geschiedene nach sorgfältiger Prüfung des jeweiligen Einzelfalles im „Forum internum“, der seelsorgerlichen Ebene im Gewissensbereich, gipfelt. Dabei hat der Papst neben dem Kardinalskollegium im besonderen die Theologie des Kirchenlehrers Thomas von Aquin zu Rate gezogen, derer sich auch Katharina von Siena intensiv bedient hat.

Hier finden Sie den gesamten Text des 200 Seiten starken, päpstlichen Schreibens

Ich darf Interessierte im besonderen auf Kapitel 8: „Die Zerbrechlichkeit begleiten, unterscheiden und eingliedern“ (vor allem Punkt 300, samt Fußnoten 329, 336 und 351, und folgende) verweisen:
Es geht hier um die „rechte Beurteilung dessen, was die Möglichkeit einer volleren Teilnahme am Leben der Kirche behindert“, um im „Forum internum“ „Wege zu finden, diese zu begünstigen und wachsen zu lassen.“ Die „Unterscheidung“ könne erkennen, „dass in einer besonderen Situation keine schwere Schuld vorliegt“ (welche dem Sakramentenempfang entgegenstünde). Die sogenannte „Josefsehe“ betreffend - bislang einziger Weg für Wiederverheiratete Geschiedene, die Sakramente zu empfangen - gibt der Papst zu bedenken, „dass in diesen Situationen, wenn einige Ausdrucksformen der Intimität fehlen, nicht selten die Treue in Gefahr geraten und das Kind in Mitleidenschaft gezogen werden (kann).“ Eucharistie sei „nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“.
Katharina von SienaWomit der pastorale Weg im „Forum internum“ zum Empfang der Sakramente geöffnet ist.

Wie hat sich meine Pionierarbeit entwickelt?

Bereits 2014 und 2015 habe ich alle meine langjährigen Studien den beiden, dem päpstlichen Lehrschreiben vorangegangenen Bischofssynoden 2014 und 2015 zum Thema Familie in Rom anvertrauen können – Arbeiten, die Jahre zuvor oft belächelt worden waren und mich manchmal ans Unerträgliche grenzend belastet hatten. So hatte ich über viele Jahre fast als eine Art „Aussätzige unter Aussätzigen“ in der Kirche gegolten, die aufhören sollte, „in diesem Wespennest zu stochern“. Viele gingen auf Abstand, mieden mich, andere schienen mich fast ein wenig zu bewundern, zogen jedoch ebenfalls kühle Distanzhaltung vor. Wieder andere hielten mich, zugleich Brückenbauerin innerhalb der Katholischen Kirche zwischen Betroffenen und Amtskirche, für zu wenig radikal. Auf Medienpräsenz habe ich, trotz wiederholter Einladungen seitens Fernsehsendern und Filmproduktionen, verzichtet, um zu vermeiden, in ein innerkirchliches Lagerdenken hineininterpretiert zu werden. Dadurch wurde es mir zugleich ermöglicht, über mehr als zwei Jahrzehnte beharrlich Tausende von Pfarrämtern, Diözesen, Bildungshäusern etc. in akribischer Kleinarbeit einzeln anzusprechen. Immer jedoch habe ich an meine Berufung in dieser Frage geglaubt, an den lebendigen Beistand der Kirchenlehrerin und Europa-Patronin Katharina von Siena und vor allem an die Barmherzigkeit Gottes - lange bevor in der Kirchenspitze viel davon die Rede gewesen ist -, und ich nehme für mich zugleich in Anspruch, mich nie in eine unrealistische Erwartung, also „keine auf alle Fälle anzuwendende, generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art“ (Amoris laetitia, 300) verstiegen zu haben.

Tatsächlich hatte die Befassung mit der Thematik „Scheidung und Wiederverheiratung in der Kirche“ bei vielen Amtsträgern bis vor kurzem noch Abwehr und Angst verursacht, die es mühsam zu überwinden galt, oder musste in manchen Diözesen noch „heimlich“ erfolgen. Jedoch stand mir meine Berufung, eine ganz persönliche Anrufung Gottes an mich, klar vor Augen; jemand musste hier „durch“, den Boden bereiten für eine Reform, und das war meine Aufgabe, meine Berufung in der Kirche. Fakt ist: Etliche meiner langjährigen Ansprechpartner im gesamten deutschen Sprachraum und darüber hinaus bis in den Vatikan sind Priester gewesen, die heute in der Kirche als höhere Amtsträger die entscheidenden Positionen inne haben und im Entscheidungsprozess der beiden, dem päpstlichen Schreiben vorangegangenen Bischofssynoden 2014 und 2015 aktiv gewesen sind!

Bereits in das derzeitige Hirtenwort der Oberrheinischen Bischöfe Karl Lehmann, Oskar Saier und Walter Kasper war meine Arbeit eingeflossen, wie mir Kardinal Kasper versichert hat. Und schon in den frühen 90er Jahren bin ich mit den zuständigen vatikanischen Gremien erstmals in Kontakt gekommen. Bischöfe schrieben mir von weit über den deutschsprachigen Raum her von Ost und West. Untermauert wurde meine Arbeit durch meine Bücher sowie eine weitreichende Vortragstätigkeit. Bald schon sind meine Analysen an Universitäten und Hochschulen bis in die USA und Südamerika gelangt. Seit mehr als zwanzig Jahren finden meine Arbeiten in Priesterausbildung und diözesaner Mitarbeiterfortbildung Verwendung. Betroffene suchten von Finnland bis Sri Lanka bei mir um Trost und Hilfe an. Dankbar bin ich unserem Wiener Kardinal Dr.Christoph Schönborn OP, der mir in meiner Arbeit stets freie Hand gelassen und sie unterstützt hat.

Aus den Würdigungen der Erzdiözese Wien:
https://www.erzdioezese-wien.at/site/nachrichtenmagazin/magazin/buecher/article/49912.html
Diözese Eisenstadt:
www.martinus.at/eheundfamilie/krisen/index.html

Meine 5 Hauptanliegen

  1. vorrangig die Frage des Sakramentenempfanges (Buße und Kommunion) für wiederverheiratete Geschiedene nach Prüfung des Einzelfalles, wie sie Papst Franziskus in „Amoris laetitia“ jetzt ermöglicht hat;
  2. ein Abstandnehmen von der Forderung, als Wiederverheiratete Geschiedene unbedingt „wie Bruder und Schwester“ leben zu müssen („Josefsehe“), um die Sakramente empfangen zu dürfen, was Papst Franziskus in „Amoris laetitia“ ebenfalls getan hat;
  3. eine Vereinfachung und Kostenfreiheit der Annullierungsverfahren – diese hat Papst Franziskus bereits VOR der letzten Bischofssynode im Herbst 2015 eingeführt;
  4. eine Weiterbeschäftigung wiederverheirateter kirchlicher Angestellter in kirchlichen Einrichtungen (in der Praxis mittlerweile längst üblich);
  5. eine Schaffung eigener diözesaner Einrichtungen (Anlauf- bzw. Beratungsstellen) für Geschiedene und Wiederverheiratete Geschiedene – eine erste solche wurde auf mein Betreiben hin bereits im Herbst 1999 in meiner Erzdiözese Wien Wirklichkeit, andere Diözesen sind diesem Beispiel allmählich gefolgt.
Gerne lade ich Sie, geschätzte Besucherinnen und Besucher meiner Webseite, ein, sich meine Arbeit im hier angeschlossenen Archiv sowie an Hand meiner Bücher und Bestseller noch genauer anzusehen. Der Link Universitäten und Hochschulen gibt Auskunft, wo darüber hinaus meine Werke auszuleihen sind.

Schöpfen Sie aus meiner langjährigen Arbeit, was für Sie persönlich, Ihre Pfarre oder Ihre Bekannten hilfreich sein kann!

Ihre Professorin Irene Heise, Wien


Irene Heise, erste Buchpräsentation mit Podiumsdiskussion,
Erzdiözese Wien, Pressezentrum, 1992

Irene Heise erstmals in Rom, Vatikan, 1991

Am Ziel (Link zu Amoris Laetitia)

Prof. Irene Heise, Wien, Offizielles Pressefoto, © 2014 Irene Heise

Interview mit Irene Heise in der Zeitung "Der Sonntag" 17. April 2016


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